Weiterentwicklung

Medien-didaktische Weiterentwicklung und Begleitung von ClassUnlimited
Der zentrale Auftrag besteht in der Begleitung und Weiterentwicklung des Konzepts ClassUn-limited™ unter medien-didaktische Aspekten. Während die Begleitung insbesondere aus Workshops und Schulungen der involvierten Lehrpersonen und Lernenden und der Begleitung während des Projektes besteht, soll das Konzept CU2.0 unter folgenden Aspekten weiterentwickelt werden:

Stärkung der Bildmedien
Mit dem Vormarsch digitaler Medien geht nicht nur die Lockerung einer linearen Informati-onsverfügbarkeit einher, sondern es verstärkt sich eine (auch ausserhalb des Internet beobachtbare) Akzentverschiebung von einer text- zu einer bildbasierten Wissenskommunikations- und Informationskultur. Immer mehr Wissen wird über Filme, Bilder, erklärende Grafiken bis hin zu comicartigen Formaten erworben.

Konstruktivistisches Lernverständnis
Wie jedes Lernen ist auch das Online-Lernen als eigenaktive, verständnisorientierte, sozial gestützte und instruktional begleitete fachliche Sinnkonstruktion zu verstehen. Noch deutlicher als herkömmliches, gemeinhin durch lineare Texte und oftmals kleinschrittige Instruktionsvorgaben gesteuertes Lernen fordert der digitale Lernraum die konstruktive und selbstgesteuerte Eigenaktivität beim Wissenserwerb und Problemlösen heraus. Dies wird besonders deutlich, wenn nicht nur Information 'gelesen', sondern auch selbst Wissen konstruiert und als neue Information ins Netz gestellt wird. Wer beispielsweise ein E-Portfolio gestaltet, erzeugt nicht einfach ein Abbild oder eine Kopie seines Gegenstandes, sondern (er)schafft diesen in einem konstruktiven und interpretativen Prozess. Wer im sozialen Austausch ein Argument entwickelt oder verteidigt, reproduziert nicht im Gedächtnis 'eingelagertes' Wissen, sondern ko-konstruiert situativ, in einem bestimmten Kontext seine Position im Wissen um eine Pluralität von Meinungen und Sichtweisen.

Produktiver „Zwang“ zur Verschriftlichung
Eine wichtige Dimension konstruktiver Lernaktivität ist die Verschriftlichung eigenen Denkens und Argumentierens. Da durch die fehlende Ko-Präsenz (und dadurch ausbleibende soziale Hinweisreize) in virtuellen Klassenzimmern allgemein der soziale Austausch erschwert ist, ist netzbasierte Kommunikation immer auch ein Trainingsfeld zur Stabilisierung und Weiterent-wicklung schriftlicher, kommunikativer Kompetenzen. Medienbedingte Hürden, die allzu oft als Nachteil virtueller Kommunikation beschrieben werden, erweisen sich als Chance zum Aufbau schriftsprachlicher Fähigkeiten.

Individualisierung und Vernetzung in raum-zeitlich entkoppeltem Lernen
Das Internet stellt nicht nur einen individuellen Denkraum, sondern auch einen sozialen Hand-lungsraum dar, in dem sowohl individuelles Lernen auf eigenen Wegen wie auch kooperativer Dialog und Austausch möglich sind. Während die Individualisierung von Lern- und Denkwegen sozusagen in der Hypertext-Struktur des Internet angelegt ist, ermöglichen Kommunikati-onsforen und Computernetzwerke, unabhängig von Zeit und Raum mit Mitlernenden und Leh-renden zu kommunizieren. Insgesamt erweitern die neuen Informations- und Kommunikati-onstechnologien (ICT) das didaktische Gesichtsfeld, indem sie zu erweiterten Formen von Textualität (Hypertext/Hypermedia), von Lernaktivitäten und Lernsteuerung, Kommunikation und Kooperation sowie von Lernunterstützung und Lernbegleitung führen. Damit rücken die neuen Medien in den Horizont eines Verständnisses von Lernkultur, bei dem überkommene Pfade des Lernens und des Unterrichts neu vermessen und neue Pfade angelegt werden. Zusammengefasst kann man die möglichen Entwicklungsfelder und Lernmöglichkeiten folgend beschreiben:

  • von eher Fremdgesteuertem zu Selbstgesteuertem
  • vom Textlastigen zum Interaktiven,
  • von eher traditionell rezeptiven, zum kommunikativ-(ko)konstruktiven Lernen
  • vom Solo- zum netzbasierten, kooperativen Lernen
  • vom instruktionalen, linearen zum kreativen problemlöseorientierten Lernen und Arbeiten