Worum geht es
- Die Plattform Making for Education präsentiert sich als Onlineangebot, mit dem schulische „Making“- bzw. Maker-Lernaktivitäten gefördert und einfach in Lehr- und Lernprozesse integriert werden können.
- Zielgruppe sind Lehrpersonen, ICT-Verantwortliche, Schulleitungen, Making-Verantwortliche und Schüler:innen im mittleren und oberen Schulalter.
- Die Materialien und Angebote auf der Plattform sind so gestaltet, dass sie direkt adaptierbar sind — also nicht nur als Inspiration dienen, sondern im eigenen Unterricht oder schulischen Kontext eingesetzt werden können.
Inhalte und Aufbau der Plattform
- Die Plattform bietet unterschiedliche Kategorien: Unterrichtskonzepte, Bezugsquellen für Materialien, Inspirationsquellen und Plattformen.
- Es gibt Challengecards, didaktische Hinweise, Anleitungsvideos, Vorlagen und Materialien, die Lehrpersonen direkt einsetzen können.
- Die Inhalte sind kompetenzorientiert aufbereitet: Das macht sie geeignet, um Kompetenzen wie Kreativität, Problemlösen, kollaboratives Arbeiten und nachhaltiges Denken zu fördern.
- Die Plattform legt ausdrücklich Wert darauf, Making nicht als «Basteln» zu verstehen – sondern als ernstzunehmende, kreative und technologische Lernform, die in schulische Fächer integriert werden kann (z. B. Deutsch, MINT, Mensch/Umwelt/Gesellschaft etc.).
Warum „anwenden / adaptieren“ — Zweck und Mehrwert
- Die Inhalte sind so konzipiert, dass sie flexibel an unterschiedliche Schul- und Klassenkontexte angepasst werden können. Damit soll Making eine echte Option im regulären Unterricht sein.
- Lehrpersonen können der Plattform entnehmen, was bereits erprobt ist — mit Materialien, didaktischen Hinweisen und Praxisbeispielen — und diese auf ihre eigene Klasse übertragen.
- Die Plattform versteht sich als Teil einer „Sharing-Community“: Lehrpersonen und Schulen können eigene Ideen und Beiträge einbringen — was kollektives Lernen und die Weiterentwicklung von Angeboten ermöglicht.
Bedeutung für schulische Praxis
- Für Schulen, die Interesse an „Maker Education“ haben, bietet die Plattform einen sehr niederschwelligen Einstieg: Materialien sind bereit, es braucht kein aufwändiges Entwickeln von Grund auf.
- Making kann als ergänzender Ansatz dienen, um digitale, technische und kreative Kompetenzen zu fördern — kombiniert mit Fachinhalten und aktuellen Lehrplänen.
- Der Ansatz fördert selbstständiges, projektorientiertes, problem- und lösungsorientiertes Lernen — und unterstützt damit Schlüsselkompetenzen für das 21. Jahrhundert.
Mehr Infos und Link zur Plattform
Im Kindergarten lernen die Kinder mit sogenannten BeeBots spielerisch erste Programmierkenntnisse — und entdecken Technik mit Freude. Der Einstieg erfolgt über Geschichten und kreative Aufgaben (z. B. mit dem Bilderbuch „Otto und Robotto“), wodurch der Alltag der Kinder mit dem Thema Roboter verknüpft wird. Die Kinder lernen räumliche Orientierung und Befehle wie „links“, „rechts“, „vorwärts“, „rückwärts“, und erfahren, dass Roboter nur auf genaue Anweisungen reagieren. Durch unterschiedliche Aufgabenstellungen — etwa Parcours, Schatzsuche, Labyrinthe oder Zeichnungen auf Papier — wird das Lernen altersgerecht differenziert und kindgerecht gefördert. Dabei wird nicht nur technisches Verständnis geschult: Auch Kooperation, Problemlösen, Kreativität und der Umgang mit Fehlern stehen im Zentrum — wichtige Kompetenzen für die Zukunft.
Beitrag
Die vorgestellten Ergebnisse der Masterarbeit von Andreas Jud betonen die zentrale Rolle der Pädagogischen ICT-Supporter:innen (PICTS) als verbindendes Element zwischen Pädagogik, Technik und Schulentwicklung. Erfolgsfaktoren sind u.a. klare Rollenbeschreibungen, ausreichende Ressourcen, die Abgrenzung zum technischen Support, strategische Einbindung sowie kontinuierliche Weiterbildung und Vernetzung. Gleichzeitig bestehen Herausforderungen wie uneinheitliche Anstellungsmodelle, unklare Schnittstellen, knappe personelle Ressourcen und fehlende strategische Verankerung. Als Reaktion darauf hat der KLV St. Gallen ein Merkblatt mit standardisiertem Pflichtenheft und Empfehlungen zu Aufgaben, Kompetenzen und Ausbildung der PICTS veröffentlicht. Besonders relevant ist die neue Ressourcenformel (1.3 % pro VZE und 3 % pro Schuleinheit), die eine realistische personelle Ausstattung für die digitale Transformation sicherstellen soll.
- Die digitale Transformation an Volksschulen im Kanton St. Gallen gelingt nur dann zuverlässig, wenn die Rolle der pädagogischen ICT-Supporter:innen (PICTS) strukturell klar verankert ist – sowohl in Form von definiertem Mandat als auch in Form von ausreichender Stellenprozent-Ausstattung.
- Eine eindeutige funktionale Abgrenzung zwischen dem pädagogischen Support (PICTS) und dem rein technischen ICT-Support (TICTS) stellt eine wichtige Gelingensbedingung dar – Unklarheiten in dieser Abgrenzung wirken sich negativ auf Wirkung und Nachhaltigkeit aus.
- Die strategische Einbindung der PICTS-Rolle in die schulischen Entwicklungs- und Steuerungsprozesse ist ein weiterer zentraler Faktor: Wenn PICTS nur isoliert operieren, bleibt ihr Einfluss begrenzt.
- Kontinuierliche Fort- und Weiterbildung sowie Vernetzung der PICTS (z. B. durch regionale Netzwerke und kollegialen Austausch) sind entscheidend, damit die Funktion wirksam wird und sich die digitale Schulentwicklungskultur weiterentwickeln kann.
- Sichtbarkeit und Anerkennung der PICTS-Arbeit im schulischen Alltag tragen wesentlich dazu bei, dass diese Rolle als Gestaltungskraft wahrgenommen wird – fehlende Wertschätzung verringert die Wirksamkeit.
- Hohe Heterogenität bei Anstellungsmodellen, Ressourcen- und Zeitbudgeten sowie Aufgabenprofilen der PICTS im Kanton zeigt sich als wesentliches Hemmnis für die nachhaltige Implementierung digitaler Schulentwicklung.
- Ein noch häufig dominierender Fokus auf technische Infrastruktur und Geräte reicht nicht aus: Vielmehr braucht es die Verbindung zu didaktischer, organisatorischer und kultureller Entwicklung – andernfalls verpasst die Transformation ihre nachhaltige Wirkung.
- Die empirischen Daten (qualitativ und quantitativ) zeigen, dass wo die fünf genannten Gelingensbedingungen erfüllt sind, die PICTS-Rolle substantielle Beiträge zur digitalen Transformation leisten kann; dagegen sind in Kontexten mit Defiziten in diesen Bereichen vielfach fragmentierte oder weniger wirksame Entwicklungen zu beobachten.
- Aus der kritischen Reflexion ergibt sich, dass Massnahmen zur Weiterentwicklung des Steuerungsrahmens (LUP‑DT) sowie zur Professionalisierung der PICTS-Rolle notwendig sind – etwa durch Standardisierung von Stellenprofilen, verbindliche Ressourcenzuweisungen und systematische Fortbildungsangebote.
- Abschliessend wird deutlich, dass die digitale Transformation von Schulen nicht als einmaliges Projekt zu begreifen ist, sondern als langfristiger Veränderungs- und Entwicklungsprozess – die PICTS-Rolle kann hierbei als wichtiger Hebel fungieren, sofern sie angemessen ausgestaltet und eingebettet wird.
Links zum Beitrag
Beitragsbild: Suriya – stock.adobe.com
Der KLV St. Gallen hat Empfehlungen für die Anstellungsbedingungen von PICTS (Pädagogischer ICT-Support) im Kanton St. Gallen veröffentlicht. Diese wurden erarbeitet, da es bisher sehr unterschiedliche Anstellungsbedingungen für diese Funktion gab. Die Empfehlungen sollen zur Standardisierung beitragen und decken verschiedene Aspekte ab, um den Stellenwert des pädagogischen ICT-Supports zu stärken.
Beitragsbild: stock.adobe.com
Wie eine Medien- und Informatikreihe mit Design Thinking und MakerGPT zum Möglichmacher wurde: Die Schüler:innen entwickelten alltagsnahe Prototypen, gestalteten Pitches und stärkten dabei Kompetenzen, die weit über Technik hinausreichen. Ein Erfahrungsbericht aus der Praxis.
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