{"id":154,"date":"2026-01-14T07:42:47","date_gmt":"2026-01-14T06:42:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.phsg.ch\/schreibassistent\/?page_id=154"},"modified":"2026-03-10T10:25:02","modified_gmt":"2026-03-10T09:25:02","slug":"forschungsstand","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.phsg.ch\/schreibassistent\/hintergrund\/forschungsstand\/","title":{"rendered":"Forschungsstand"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist gutes Feedback?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Feedback ist einer der zehn wichtigsten Einflussfaktoren auf die Lernleistung und somit f\u00fcr effektives Lernen sehr wichtig. Das Feedback-Modell von John Hattie und Helen Timperley (2007) ist daher eines der einflussreichsten Konzepte der Bildungsforschung. Es beschreibt Feedback nicht als blosse Korrektur, sondern als Information, die eine&nbsp;<strong>L\u00fccke schliessen<\/strong>&nbsp;soll: die L\u00fccke zwischen dem, was du bereits kannst (Ist-Zustand), und dem Ziel, das du erreichen willst (Soll-Zustand).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier ist die Erkl\u00e4rung der zentralen Bestandteile:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Die drei zentralen Feedback-Fragen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit du dich effektiv verbessern kannst, muss Feedback laut Hattie und Timperley drei Fragen beantworten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Feed Up (Wohin m\u00f6chte ich gehen?):<\/strong>&nbsp;Hier geht es um die&nbsp;<strong>Ziele<\/strong>. Du musst genau wissen, was von dir erwartet wird. Wenn die Erfolgskriterien unklar sind, kann Feedback kaum wirken.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Feed Back (Wie komme ich voran?):<\/strong>&nbsp;Dies ist die R\u00fcckmeldung zum&nbsp;<strong>aktuellen Stand<\/strong>. Es wird gekl\u00e4rt, welche Fortschritte du im Vergleich zum Ziel bereits gemacht hast und wo du gerade stehst.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Feed Forward (Wie geht es weiter?):<\/strong>&nbsp;Dies ist der wichtigste Teil f\u00fcr dein weiteres Lernen. Es gibt dir&nbsp;<strong>konkrete Strategien und n\u00e4chste Schritte<\/strong>&nbsp;an die Hand, um die verbleibende L\u00fccke zum Ziel zu schliessen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1110\" height=\"625\" src=\"https:\/\/blogs.phsg.ch\/schreibassistent\/files\/2026\/03\/Effektives-Feedback-1110x625.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-252\" srcset=\"https:\/\/blogs.phsg.ch\/schreibassistent\/files\/2026\/03\/Effektives-Feedback-1110x625.png 1110w, https:\/\/blogs.phsg.ch\/schreibassistent\/files\/2026\/03\/Effektives-Feedback-533x300.png 533w, https:\/\/blogs.phsg.ch\/schreibassistent\/files\/2026\/03\/Effektives-Feedback-768x432.png 768w, https:\/\/blogs.phsg.ch\/schreibassistent\/files\/2026\/03\/Effektives-Feedback.png 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1110px) 100vw, 1110px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Die vier Stufen (Ebenen) des Feedbacks<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Feedback wirkt unterschiedlich stark, je nachdem, auf welcher Ebene es ansetzt:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Aufgabenebene (Task):<\/strong>&nbsp;Es bezieht sich darauf, ob das Ergebnis richtig oder falsch ist (z. B. \u00abDie Quellenangabe im Text ist korrekt\u00bb). Es ist sehr verbreitet, hilft aber oft nur kurzfristig f\u00fcr die konkrete Aufgabe.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Prozessebene (Process):<\/strong>&nbsp;Hier geht es um die&nbsp;<strong>Strategien<\/strong>, die du nutzt. Es hilft dir zu verstehen,&nbsp;<em>wie<\/em>&nbsp;du die Aufgabe gel\u00f6st hast und wie du dieses Vorgehen auf andere Aufgaben \u00fcbertragen kannst.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Selbstregulationsebene (Self-regulation):<\/strong>&nbsp;Dieses Feedback st\u00e4rkt deine F\u00e4higkeit, dich selbst zu \u00fcberwachen. Es f\u00f6rdert dein Vertrauen in dein eigenes Handeln und deine Eigenst\u00e4ndigkeit.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Selbst-Ebene (Self):<\/strong>&nbsp;Das ist pers\u00f6nliches Lob oder Kritik (z. B. \u00abDu bist ein guter Student\u00bb).&nbsp;<strong>Wichtig:<\/strong>&nbsp;Diese Ebene ist laut den Quellen am&nbsp;<strong>wenigsten effektiv<\/strong>&nbsp;f\u00fcr den Lernerfolg, da sie kaum Informationen zur Aufgabe enth\u00e4lt und oft vom eigentlichen Lernen ablenkt.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"515\" height=\"460\" src=\"https:\/\/blogs.phsg.ch\/schreibassistent\/files\/2026\/03\/Effektives-Feedback-2-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-258\" style=\"width:400px\" srcset=\"https:\/\/blogs.phsg.ch\/schreibassistent\/files\/2026\/03\/Effektives-Feedback-2-1.png 515w, https:\/\/blogs.phsg.ch\/schreibassistent\/files\/2026\/03\/Effektives-Feedback-2-1-336x300.png 336w\" sizes=\"auto, (max-width: 515px) 100vw, 515px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-background\" style=\"background-color:#eeeeee\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein konkretes Beispiel: Die Seminararbeit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stell dir vor, du schreibst eine Seminararbeit und erh\u00e4ltst folgende R\u00fcckmeldungen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Beispiel f\u00fcr Feed Up:<\/strong>&nbsp;\u00abDas Ziel deiner Arbeit ist es, die Hypothese X mit mindestens drei empirischen Studien zu untermauern\u00bb.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Beispiel f\u00fcr Feed Back:<\/strong>&nbsp;\u00abDu hast bisher zwei Studien sehr gut analysiert, aber der rote Faden zwischen Einleitung und Hauptteil ist noch etwas unterbrochen\u00bb.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Beispiel f\u00fcr Feed Forward (auf der Prozessebene):<\/strong>&nbsp;\u00abVersuche, am Ende jedes Kapitels ein kurzes Fazit zu schreiben, das direkt auf deine Forschungsfrage Bezug nimmt. Das hilft dir, die Argumentationskette stabil zu halten\u00bb.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was braucht es, damit Feedback effektiv ist?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit Feedback wirklich dein Lernen voranbringt, m\u00fcssen bestimmte Bedingungen erf\u00fcllt sein:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Klare Ziele:<\/strong>&nbsp;Ohne ein deutliches Verst\u00e4ndnis der Zielsetzung (\u00abFeed Up\u00bb) bleibt jede R\u00fcckmeldung orientierungslos.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Fokus auf Prozess statt Person:<\/strong>&nbsp;Effektives Feedback sollte dich von der reinen Aufgabenl\u00f6sung hin zu besseren&nbsp;Lernstrategien&nbsp;und zur&nbsp;Selbstregulation&nbsp;f\u00fchren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Vermeidung von Misch-Feedback:<\/strong>&nbsp;Wenn sachliche Korrekturen mit pers\u00f6nlichem Lob (\u00abMisch-Feedback\u00bb) vermengt werden, verw\u00e4ssert das die Wirkung der sachlichen Information.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Das richtige Timing:<\/strong>&nbsp;Feedback muss zum richtigen Zeitpunkt kommen \u2013 oft ist es bei komplexen Aufgaben hilfreicher, wenn es leicht verz\u00f6gert gegeben wird, damit du Zeit hast, den Prozess selbst zu durchdenken.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sicherer Rahmen:<\/strong>&nbsp;Du musst dich in einer Umgebung befinden, in der Fehler als Lerngelegenheit gesehen werden und Feedback nicht als Bedrohung deines Selbstwertgef\u00fchls wahrgenommen wird.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Literatur<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Zusammenfassung st\u00fctzt sich auf folgende Quelle:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hattie, J., &amp; Timperley, H. (2007). The Power of Feedback.&nbsp;<em>Review of Educational Research<\/em>,&nbsp;<em>77<\/em>(1), 81\u2013112.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/4624888\">https:\/\/www.jstor.org\/stable\/4624888<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist gutes Feedback? Feedback ist einer der zehn wichtigsten Einflussfaktoren auf die Lernleistung und somit f\u00fcr effektives Lernen sehr wichtig. Das Feedback-Modell von John Hattie und Helen Timperley (2007) ist daher eines der einflussreichsten Konzepte der Bildungsforschung. 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