{"id":153,"date":"2020-07-06T14:48:23","date_gmt":"2020-07-06T12:48:23","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.phsg.ch\/stimme\/?page_id=153"},"modified":"2020-07-08T10:08:38","modified_gmt":"2020-07-08T08:08:38","slug":"stimmbildung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.phsg.ch\/stimme\/stimmbildung\/","title":{"rendered":"Stimmbildung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-background has-vivid-green-cyan-background-color wp-block-paragraph\">Stimmbildung soll ganzheitlich ,K\u00f6rper\u2018, ,Atem\u2018 und<br> ,Stimme\u2018 bilden.<br>Einsingen    soll,   wo  immer   m\u00f6glich,    eine    Verbindung zu den zu erarbeitenden Songs haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Funktionale Stimmbildung<\/strong><br>Die Grafik zeigt einzelne, f\u00fcr die Stimmgebung bedeutsame technische Bereiche und ihren Bezug untereinander.<br> Jeder Pfeil wird gelesen als \u201ebeeinflusst\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"923\" height=\"394\" src=\"https:\/\/blogs.phsg.ch\/stimme\/files\/2020\/07\/Bild-1-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-163\" srcset=\"https:\/\/blogs.phsg.ch\/stimme\/files\/2020\/07\/Bild-1-1.png 923w, https:\/\/blogs.phsg.ch\/stimme\/files\/2020\/07\/Bild-1-1-703x300.png 703w, https:\/\/blogs.phsg.ch\/stimme\/files\/2020\/07\/Bild-1-1-768x328.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 923px) 100vw, 923px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jene Bereiche, von denen dicke Pfeile ausgehen (Atmung, Resonanz, Register), wirken sich unmittelbar auf die Stimmqualit\u00e4t aus, andere Bereiche (Haltung, Artikulation) indirekt.<br> Nachfolgend eine kurze Definition jedes Bereiches mit Ausnahme der \u201eTon- und Klangvorstellung\u201c.<\/p>\n\n\n<hr>\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.phsg.ch\/stimme\/files\/2020\/07\/Bild-2-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-165\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Die Haltung verlangt nach einer guten Wirbels\u00e4ulenstreckung    bei gleichzeitig    gr\u00f6sstm\u00f6glicher Lockerheit der gesamten Muskulatur. Das setzt voraus, dass die Muskeln je- derzeit bewegungsbereit (also locker) sind. Um den individuellen Voraussetzungen der<br> Lernenden    gerecht zu  werden, k\u00f6nnen  begleitend  sowohl Muskelkonditionierungs- als auch Entspannungs\u00fcbungen an- geboten werden.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<hr>\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"244\" height=\"236\" src=\"https:\/\/blogs.phsg.ch\/stimme\/files\/2020\/07\/Bild-3-4.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-173\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Die Atmung hat als Ziel die Tiefatmung (=kombinierte Bauch- und Brustatmung). Am Anfang eines Stimmtrainings steht fast immer das Erlernen der Bauchatmung als Grundlage f\u00fcr das Abspannen. Eine gute Haltung ist Grundvoraussetzung f\u00fcr eine g\u00fcnstige Atemform. Die Betonung der Atemt\u00e4tigkeit liegt (vor allem zu Trainingsbeginn) nicht auf der Einatmung, sondern auf der Ausatmung.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<hr>\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"208\" height=\"221\" src=\"https:\/\/blogs.phsg.ch\/stimme\/files\/2020\/07\/Bild-4-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-175\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Eine gute Artikulation setzt das Wissen voraus, wie Konsonanten und Vokale bei gleichzeitig    relativ lockeren    Artikulationswerkzeugen (Lippen, Zunge, Unterkiefer) gebildet werden k\u00f6nnen. Gutes Sprechen der Konsonanten in Verbindung mit dem Abspannen f\u00fchrt zu einer k\u00f6rpergef\u00fchrten Artikulation. Voraussetzung daf\u00fcr ist neben<br> der eben genannten Atmung auch eine f\u00fcr die Phonation (Tongebung) g\u00fcnstige Haltung.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<hr>\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"205\" height=\"207\" src=\"https:\/\/blogs.phsg.ch\/stimme\/files\/2020\/07\/Bild-5-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-178\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Die    Resonanzr\u00e4ume   k\u00f6nnen  sich    erst dann ausformen und gewisse Frequenzen der stimmlichen Produktion (z.B. Frequenzen f\u00fcr die Tragf\u00e4higkeit der Stimme) verst\u00e4rken, wenn die Haltung, Atmung  und die k\u00f6rpergef\u00fchrte Artikulation in der Lage sind, die Voraussetzung daf\u00fcr zu schaffen.<br> Bei der Ausformung von Resonanzr\u00e4umen ist einerseits entscheidend, wie gut der Ausatmungsluftstrom w\u00e4hrend der Phonation minimiert werden kann. Dies geschieht durch die Aktivierung der Einatmungsmuskulatur w\u00e4hrend der stimmgebenden Ausatmung. Hilfreich sind dabei alle Vorstellungshilfen, die eine Einatmungstendenz in sich tragen, wie z.B. das Staunen. Andererseits ist die Klangvorstellung des beabsichtigten Stimmschalles von grosser Bedeutung (z.B. gelingt ein besserer Vordersitz der Stimme, wenn wir uns vorstellen, Hochdeutsch zu sprechen). Dabei wirken in starkem Masse sprachliche und\/oder gesangliche Vorbilder.<br> Darin liegt auch die Forderung begr\u00fcndet, dass Lehrer und Erzieher eine stimmliche Vorbildfunktion erf\u00fcllen sollten.<br> Bei gutem Gelingen der Atemdosierung und durch die Vorstel- lung unterschiedlicher Stimmkl\u00e4nge stellen sich, je nach Sing- oder Sprechabsicht, unterschiedliche Raumgegebenheiten oberhalb und unterhalb der Stimmlippenebene ein. Die Raumeinstellungen oberhalb der Stimmlippenebene sind von gr\u00f6sserer Bedeutung.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<hr>\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"205\" height=\"203\" src=\"https:\/\/blogs.phsg.ch\/stimme\/files\/2020\/07\/Bild-6-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-181\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Die eigentliche Erzeugung unserer Stimm\u00e4usserungen geschieht durch die Stimmlippen im Kehlkopf. Der Kehlkopf wird im Volksmund auch als \u201eAdamsapfel\u201c bezeichnet. Wir k\u00f6nnen laute und leise T\u00f6ne erzeugen. Wenn bei gleichbleibender Tonh\u00f6he zuerst ein leiser Ton und dann ein lauter Ton produziert wird, muss &#8211; physikalisch begr\u00fcndet &#8211; f\u00fcr den lauteren Ton der Druck der Ausatemluft unterhalb der Stimmlippen vergr\u00f6ssert werden. Damit die Stimmlippen diesem vergr\u00f6sserten Druck standhalten k\u00f6nnen, ohne dass die Tonh\u00f6he ver\u00e4ndert wird, ist eine intensivere muskul\u00e4re Arbeit vor allem der Muskulatur innerhalb der Stimmlippen notwendig. Durch verst\u00e4rkte muskul\u00e4re Aktivit\u00e4t ver\u00e4ndert sich das Schwingungsverhalten der Stimmlippen. Die Beschreibung unterschiedlichen Schwingungsverhaltens der Stimmlippen wird mit Registert\u00e4tigkeit bezeichnet. Alle vorab beschriebenen Be- reiche (Haltung, Atmung, Artikulation und Resonanz) sind da- ran beteiligt, dass eine Lautst\u00e4rkesteigerung der Sing- und Sprechstimme nicht mit \u00fcberm\u00e4ssig hohem Druckanstieg, der f\u00fcr die Stimme eine Belastung darstellt, einhergeht.<br> Bemerkenswert    ist die vollkommen  unterschiedliche    Einsch\u00e4tzung des eigenen Stimmklanges durch den Sprechenden oder Singenden und einen Zuh\u00f6rer. Es f\u00e4llt schwer, die eigene Stimme, wenn sie auf einem Tontr\u00e4ger aufgenommen wurde, bei der Wiedergabe als die eigene Stimme zu akzeptieren. Die meisten bezeichnen ihre eigene Stimme als nicht sch\u00f6n. Diese Tatsache ist f\u00fcr das Stimmtraining von Bedeutung, denn sie unterstreicht die Wichtigkeit des Lehrers nicht nur als \u00dcbungsleiter, sondern auch als Zuh\u00f6rer und damit qualitativer Beurteiler des Geh\u00f6rten. Aufgrund seiner positiven Verst\u00e4rkungen speichert der Sch\u00fcler muskul\u00e4re Bewegungsmuster und versucht, sie bei Bedarf wieder abzurufen. Ein zugegebenermassen langwieriger Lernprozess.<br> Aber das Ohr des Lehrers ist nicht vorurteilsfrei. Es ist f\u00fcr diesen schwierig, ja fast unm\u00f6glich, sich subjektiven Vorlieben  f\u00fcr bestimmte Klangfarben von Stimmen zu entziehen. Auch der akustische Zeitgeschmack bestimmt die Trainingsarbeit. War es Anfang des vorigen Jahrhunderts gef\u00e4llig, wenn die Singstimme etwas nasal klang, galt dies in der zweiten H\u00e4lfte als unschicklich. Gesangsp\u00e4dagogen ber\u00fccksichtigen auch diesen Zeitgeschmack und f\u00f6rdern bestimmte  Klangfarben der Stimme, wenn sie wollen, dass ihre Sch\u00fcler Karrierechance haben.<br> Die Stimmbildung versucht, weder stimmliche Modestr\u00f6mungen zu befriedigen noch die Stimme in bestimmte Klangrichtungen zu dr\u00e4ngen. Die Stimme soll dahingehend gef\u00f6rdert werden, dass einerseits ihre individuell vorhandenen Klang- m\u00f6glichkeiten ausgebaut werden und andererseits der Gebrauch der Stimme mit gr\u00f6sstm\u00f6glicher \u00d6konomie abl\u00e4uft.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: Jochen, W. (2016). Stimm-Kanons. Stimmbildung f\u00fcr Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Boppard am Rhein: Fidula<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stimmbildung soll ganzheitlich ,K\u00f6rper\u2018, ,Atem\u2018 und ,Stimme\u2018 bilden.Einsingen soll, wo immer m\u00f6glich, eine Verbindung zu den zu erarbeitenden Songs haben. 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